Kirche

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16.01.2008

Bericht über die Kirche in Merlsheim

Seit der Pfarrtrennung am 4. Juli 1299, die der Bischof Otto Graf von Rietberg zwischen Pömbsen und Nieheim vorgenommen hat, ist Merlsheim als Teil der Pfarrei Pömbsen urkundlich belegt. Ab 1. September 1925 bildet Merlsheim mit Himmighausen eine seelsorglich selbständige Vikarie. Im Jahre 1745 wird schon eine Hofkapelle erwähnt, die der hl. Luzia geweiht war. Die Kapelle hat nach einer Zeichnung von 1781 rechts von der Toreinfahrt des Schlosses gestanden. Im Jahre 1827 wurde das alte baufällige Schulhaus an gleicher Stelle durch ein neues ersetzt. Da die Merlsheimer sich schon immer eine eigene Kirche wünschten, wurde an die Schulstube eine Kapelle angebaut. 

Hier die wörtliche Wiedergabe aus der Ortschronik Merlsheim:

„Den 13 ten. Dezember wurde der Lobetag Luzia in der neuen Schulkapelle zum erstenmal gefeiert. Der Herr Pastor Lödige und der Kaplan Reuter zu Pömbsen, der Herr Kaplan Böddeker zu Sande-beck und der Herr Kaplan Jacke zu Himmighausen verrichteten den hl. Gottesdienst. Das Hochamt war eine Leviten Messe.

Die Einwohner von Merlsheim freuten sich ungemein, daß sie den Gottesdienst auf Luzia, der früher zu Himmighausen, nachher zu Pömbsen gehalten wurde, in ihrem eigenen Orte verrichten und anhören konnten. 

Der Tag Luzia ist für die Gemeinde Merlsheim ein Feier- und Lobetag. Seit Menschengedenken feiert sie ihn, damit sie Gott der Allmächtige durch die Fürbitte der hl. Luzia vor der rothen Ruhr bewahren möge.“

Doch wie schon in den Jahren 1781/82 (Auseinandersetzungen mit dem Pömbser Pastor Braun) bestand die Pfarrei Pömbsen weiter darauf, dass die Bewohner von Merlsheim zur Pfarrkirche nach Pömbsen kamen.

Nur die Andachten des Sonntags durften noch in der Schulkapelle gehalten werden.

Hier die wörtliche Wiedergabe der Auseinandersetzung von 1781/82 aus dem Heimatbuch des Kreises Höxter, Band 2 von 1927:

„ In den Jahren 1781/82 spielten Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde Merlsheim und dem Pömbser Pastor Braun, der nach einer Beschwerde aus Merlsheim von der bischöflichen Behörde aufgefordert wurde, sich erheblich vernehmen zu lassen; er antwortete gegen die „freventlich klagende Gemeinheit Merlsen“:

1) Da die Hofkapelle nur eine Hauskapelle sei, könne er dort nicht Messe und Predigt halten, auch nicht am Sonntag nach dem Feste der Schutzpatronin Luzia.

2) Vergütung bei der österlichen Beichte und Kommunion der Kranken und Schwachen in Merlsheim habe er nicht für sich, sondern nur für den Küster verlangt.

3) Wenn die nachgesuchte Erlaubnis zum Lesen von Messen in der Merlsheimer Kapelle wirklich demnächst erteilt werde, so müsse die Merlsheimer Gemeinde einen eigenen Kelch anschaffen, da man von ihm nicht verlangen könne, „einen Kelch unter dem Arme zu tragen von Pömbsen nach Merlsheim.“

4) Monatliche Christenlehre in Merlsheim sei nicht angängig, da in Pömbsen allgemeine Christenlehre für alle Orte der Pfarrei stattfinde; dahin solle Merlsheim die Jugend Sonntags schicken, anstatt sie auf den Gassen der Natur aufwachsen zu lassen.

Wenn zur Zeit des Domdechanten von Ketteler ein Pater Christenlehre gehalten habe, so sei es ein zufälliger Akt gewesen, der für den Pfarrer keine Verbindlichkeit schaffe.

 - wie der Streit ausging , ist nicht recht zu ersehen.-  „

Anmerkung:

Wie sehr sich die Merlsheimer immer eine eigene Kirche gewünscht haben, geht aus mehreren alten Schriftstücken hervor. Im Katasterbuch von 1860 ist das sogen. Dörinsche Haus unter Haus Nr. 55 aufgeführt. Bei diesem Haus ist mit Datum vom 11. August 1869 als Eigentümer die Gemeinde Merlsheim mit Nutzung als Kirche eingetragen.

Ob dieses Gebäude jedoch jemals als Kirche genutzt wurde, ist nicht überliefert.

1868/69

In den Jahren 1868/69 wurde die jetzige Kapelle durch den Freiherrn Jos. von Hövel gebaut.

Hier die wörtliche Wiedergabe aus der Ortschronik über den Bau der Kapelle:

„Das Jahr eintausend achthundert acht und sechzig war für die Gemeinde Merlsheim ein Segensreiches. Es wurde eine Kapelle gebaut ca. 60 Fuß lang, 24 Fuß breit.

Seit dem Jahre 1827 war eine kleine Kapelle an der Schulstube angebaut und darin wurde die Andacht ausgeführt bis auf den 19 August 1869. An diesem Tage wurde in der neuen Kapelle die erste hl Messe gelesen. Die Kapelle wurde vom Freiherrn Jos. von Hövel frei dahin gebaut. Die Gemeindeglieder hatten keine Kosten mit zu tragen als nur die Steine herbei zu fahren. Der Bau begann am 15. April 1868 und wurde bis Ende Oktober beendigt. Den Winter hindurch blieb sie stehen zum Austrocknen, und im Frühjahr 1869 wurde sie geweiht, und am 19 August wie oben gesagt die 1 hl Messe gelesen. „

1896 wurde eine lang ersehnte Orgel durch freiwillige Spenden angeschafft.

Der Orgelbauer Ackermann in Detmold hat sie geliefert. Der Preis betrug 1200 Mark.

Ab dem 16. Dezember 1902 konnte auch für die gesamte Ortschaft die Sonntagsmesse gelesen werden, die von Kaplan Grüter aus Himmighausen gehalten wurde. Er erhielt dafür 600 Mark, die je zur Hälfte das Gut Merlsheim und das Dorf Merlsheim zu zahlen hatte.

Dass die Merlsheimer jetzt in der eigenen Ortschaft zur Messe gehen konnten, freute besonders die älteren Leute, da bei schlechter Witterung der ca. 4 km weite Weg zur Pömbser Kirche oft schwierig war. Etwa in der Mitte des alten Kirchweges steht ein Bildstock von 1757, der nach Erzählungen älterer Einwohner als Gebetsstation und zur Marienverehrung aufgestellt wurde.

Im Jahre 1908 ist der Gemeinde Merlsheim die Erlaubnis erteilt worden, die Kinder in der hiesigen Kapelle taufen zu lassen.

1947/48

Nach Schenkung der Kapelle mit dem Kirchenvorplatz durch Frau von und zur Mühlen an die Kirchengemeinde Merlsheim wurde 1947/48 ein Erweiterungsbau vorgenommen.

Da sich die Einwohnerzahl durch die Vertriebenen und Bombengeschädigten erheblich vergrößert hatte, wurde teils vor, teils nach der Währung die Kirche durch einen Anbau erweitert. In dieser Zeit konnte das Bauvorhaben nur durch materielle Spenden, durch Tausch und Kompensieren sowie durch Eigenleistungen mit Hand- und Spanndiensten vollendet werden.

Für die zwei neuen Glocken musste ein zusätzlicher Turm errichtet werden. Die Glocken wurden vom Bochumer Verein geliefert und später mit elektrischem Antrieb ausgestattet. 

Am 5. September 1948 fand die Einweihung durch den Weihbischof Augustinius Baumann statt.

Anfang der siebziger Jahre und 1995/97 wurden Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten am gesamten Innen- und Außenbereich der Kirche vorgenommen.

Die 1868/69 mit Sandsteinen erbaute Kapelle steht unter Denkmalschutz.

Pastöre in der Pfarrei Pömbsen von 1785 bis 1925       

Lödige

1785  -  1836 

Neukirch 

1836  -  1862

Eggers

1862  -  1870

Wernze

1870  -  1891

Diek

1891  -  1922

Gotthardt

1922  -  1927

 

 

 

 

Geistliche nach Bildung der Vikarie Himmighausen – Merlsheim im Jahre 1925

Pfarrvikar

August Stöcker

von Sept. 1925

bis 14.04.1926

Pfarrvikar

August Westholt

 

bis 16.04.1931

Pfarrvikar

Franz Kriwetts

 

bis 01.04.1936

Pfarrvikar

Bernhard Beverungen

 

bis 15.08.1942

Pfarrvikar

Josef Hesse 

 

bis 04.11.1945

Pfarrvikar

 Anton Ostermann

 

bis 17.08.1949

Pfarrer

August Göllner

 

bis 01.10.1953

Geistl. Rat

Alfred Hrabobsky

 

bis 06.04.1954

Pfarrvikar

Josef Poggel

 

bis 08.04.1964

Pfarrvikar

Siegfried Wachowiak

 

bis   Juli  1975

Pfarrer

Hubert Poschmann

 

bis 24.07.1985

Pastor

Joachim Niewrzol

 

bis 22.06.1986

Pastor

Alfred Masermann

 

bis 27.09.1997

Pastor

Pater Antony

 

bis 30.09.1998

Pastor

Pater Janusz Kudyba

 

bis 20.09.2002

Pastor

Helmut Meyer

Seit 1. Oktober 2002

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum 1. Oktober 1998 wurde Pastor Pater Janusz Kudyba den Kirchengemeinden Sandebeck, Grevenhagen, Himmighausen und Merlsheim zugewiesen und nach 4-jähriger Tätigkeit zum Pastor der Pfarreien Störmede und Mönnighausen ernannt. Der Abschiedsgottesdienst in Merlsheim war am 20. September 2002.

Seit 1. Oktober 2002 ist Pastor Helmut Meyer für die Kirchengemeinden Merlsheim, Oeynhausen und Himmighausen zuständig. Der Einführungsgottesdienst in Merlsheim war am 20. Oktober 2002. 

Einführung der Pastoralverbünde

Im Juli 2000 wurde das neue erzbischöfliche Grundstatut zu den Pastoralverbünden vorgestellt. im Dekanat Brakel-Steinheim sollen sieben Pastoralverbünde entstehen. Für die Großgemeinde Nieheim ist ein Verbund vorgesehen.