Ortsheimatpfleger

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15.06.2005


Ortsvorstellung im Driburger Kurier vom 15. Juni 2005
 


Merlsheim - Das Amseldorf im schönen Emmertal

Das Kriegerehrenmal, die Kirche und die Bürgerhalle bilden den Mittelpunkt des Ortes.

Der vordere Teil der katholischen Kirche St. Lucia steht unter Denkmalschutz.

Ein schönes Fleckchen Erde haben sich die Merlsheimer zu ihrer Heimat erkoren. Das zur Stadt Nieheim gehörende Dorf liegt umgeben von kleinen Bergen im idyllischen Tal der Emmer. Bereits drei Mal (1983,1986 und 1989) konnte Merlsheim im Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" einen zweiten Platz erringen. Das Wappen des Ortes ziert eine Amsel (Merle: Amsel/Drossel). Merlsheim wird daher auch "Amseldorf“ genannt.

Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn werden unter den 390 Einwohnern (ein Drittel davon sind unter 18 Jahre alt) groß geschrieben. „Wenn es im Dorf etwas zu tun gibt. dann sind die Leute da und packen mit an", erzählt Karl Blume, bis 2003 Ortsheimatpfleger in Merlsheim. So wurde die alte Dorfschule, in der bis 1967 die Kinder am Ort unterrichtet wurden. von 1980 bis 1982 zum größten Teil in Eigenleistung zur jetzigen Bürgerhalle mit Luftgewehrschießstand umgebaut. Hier feiert nicht nur die Merlsheimer St. Josef Schützenbruderschaft von 1778 ihr Schützenfest, das alle zwei Jahre einen Höhepunkt im Jahresverlauf bildet. Die Merlsheimer Sportschützen, die Seniorengemeinschaft, die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr und die zwei Jugendgruppen nutzen die Einrichtung ebenso für Aktivitäten oder Feiern.
Auch beim Bau des Feuerwehrgerätehauses (1956) und der Friedhofskapelle ( 1970) brachten sich die Einwohner des kleinen Ortes mit ein.
2003 wurde das 80 Jahre alte Kriegerehrenmal - Sinnbild des Trompeters von Säckingen - ebenfalls mit tatkräftiger Unterstützung der gesamten Dorfgemeinschaft restauriert.

In den 26 Jahren seiner Tätigkeit als Ortsheimatpfleger hat Karl Blume zwei Bücher zur Geschichte seines Heimatdorfes herausgegeben. Zur 700-Jahr-Feier im Jahre 1992 erschien das Werk ,,700 Jahre Merlsheim 1292- 1992“, das der langjährige Ortsheimatpfleger zehn Jahre später durch die Veröffentlichung von "Die Merlsheimer Geschichte" ergänzte. Auch die aus dem Jahre 1824 stammende Dorfchronik hat Karl Blume weitergeführt. Darin ist unter anderem zu lesen, dass das heutige Merlsheim 1292 in einer Urkunde des Benediktiner-Klosters Marienmünster erstmals als "Merlhossen" erwähnt wird. Die Ursprünge des Dorfes liegen jedoch im Dunkel der Geschichte; Vor zwei Jahren trat Gisbert Zünkler als Ortsheimatpfleger in die Fußstapfen Karl Blumes, führt seitdem seinerseits die jüngst restaurierte, in Leder gebundene Chronik handschriftlich fort.

Anfang des 15. Jahrhunderts entstand in Merlsheim eine Burganlage, die später im Stil der Weserrenaissance erweitert wurde. Heute befindet sich das so genannte Haus Merlsheim im Besitz der Familie von und zu Mühlen. Aus alten Zeichnungen geht hervor, das bereits im Jahre1745 eine Hofkapelle auf dem Gutsgelände bestand, die der Heiligen Lucia geweiht war. Da sich die Merlsheimer immer eine eigene Kirche gewünscht hatten, wurde 1827 an das Schulgebäude eine Kapelle angebaut. In den Jahren 1868 und 1869 ließ Freiherr Josef von Hövel eine Kapelle aus Sandsteinen bauen, die den älteren Teil der heutigen katholischen Kirche St. Lucia bildet. Der Erweiterungsbau wurde 1948 eingeweiht. Die Kirche ist Ausgangspunkt für die Herz-Jesu-Prozession. die seit 1947 alljährlich drei Wochen nach Pfingsten gegangen wird. Auch wird hier die Messe zum Patronatsfest der Heiligen Lucia, am 13. Dezember, gefeiert.

Seit Schließung der Dorfschule besuchen die Merlsheimer Kinder die Grundschule in Oeynhausen sowie die weiterführenden Schulen in Nieheim oder Bad Driburg. Die Gärtnerei Niggemann, die Hundezüchterei der Familie Wiehage-Mürmann, die Festbewirtung Böhm, der Getränkemarkt Horstmann, die Firma Mateko Metallbau sowie das Sägewerk und die Tischlerei Koch stehen für das Gewerbe im Dorf. Landwirtschaft wird nur noch im Nebenerwerb betrieben.

In geselliger Runde treffen sich die Merlsheimer in den Gaststätten des Ortes: Im Gasthof "Zur Amsel" (zwei Bundeskegelbahnen. Saal bis 80 Personen) und im Gasthof "Sommer/Zell" (Saal bis 80 Personen). Letzterer beheimatet auch einen kleinen Lebensmittelladen. eine Post sowie eine Quelleagentur.

Bereits Anfang der 50-er Jahre entstand die erste Siedlung im Unterdorf. Bald folgte die zweite im Oberdorf und auch das nächste Neubaugebiet ist bereits ausgewiesen. Das Amseldorf Merlsheim im schönen Emmertal bietet somit auch Raum für Zuzug in eine intakte und lebendige Dorfgemeinschaft.